Chance in der Altenpflege

Kooperation von Awo und Starthilfe sorgte für Ausbildung

 Fühlen sich in der Altenpflege wohl: Eliana Coelho Semendo (links) ist bereits Altenpflegerin und Fanos Andom ist im letzten Ausbildungsjahr. Die Kooperation von Starthilfe und Altenpflegeschule ermöglicht den Frauen den beruflichen Erfolg. Fotos: Christine Thiery
Fühlen sich in der Altenpflege wohl: Eliana Coelho Semendo (links) ist bereits Altenpflegerin und Fanos Andom ist im letzten Ausbildungsjahr. Die Kooperation von Starthilfe und Altenpflegeschule ermöglicht den Frauen den beruflichen Erfolg. Fotos: Christine Thiery

Schwalm-Eder – Eliana Coelho Semendo stammt aus Alicante (Spanien) und ist nun in der Seniorenresidenz Papillon in Homberg als Altenpflegerin angestellt. Sie absolvierte ihre Ausbildung bei der Awo-Altenpflegeschule in Kooperation mit der Starthilfe. Die 27-Jährige ist stolz, die Ausbildung geschafft zu haben und zufrieden mit ihrem Beruf und den Lebensbedingungen.

Doch bis zu diesem Gefühl gab es einige Umwege. Denn Alicante, was für die Urlauber das Tor zur Costa Blanca darstellt, war für die junge Frau ein Ort für schlechte Arbeitsbedingungen. Die 27-Jährige war als Krankenpflegehelferin in einer Klinik in der südostspanischen Stadt angestellt und verfügte über einen nur geringen Verdienst und wenige berufliche Perspektiven. Über ein Projekt zur beruflichen Anwerbung von ausländischen Facharbeitskräften in der Pflege (ABANO) wurde sie auf die Möglichkeit in Deutschland eine Ausbildung als Altenpflegerin zu absolvieren, aufmerksam. Fortan lernte sie Deutsch, um die Aufnahmeprüfung zu schaffen. Der Zufall verschlug sie nach Homberg, wo sie an dem Kooperationsprojekt von Starthilfe und der Awo-Altenpflegeschule teilnahm. (Sozialwirtschaft integriert).

Dieses Zusammenwirken von Schule und Ausbildungsverbund half ihr, den Abschluss als Altenpflegerin erfolgreich zu absolvieren. Dafür holte sie zuerst den Hauptschulabschluss nach. Kernstück des Programms sind Sprachförderung, Förderunterricht und sozialpädagogische Beratung, sagt Sozialpädagogin Christina Schröder. Die Anteile werden individuell auf die Teilnehmer zugeschnitten. „Jeder hat andere Schwerpunkte“. Der eine benötige mehr sprachliche Unterstützung, andere müssten tiefer in die fachliche Materie eingearbeitet werden.

Für Norma Emmerich, die Leiterin der Awo-Altenpflegeschule, ist dies ein glückliches Projekt. Es helfe dabei, für den dringend nötigten Nachwuchs in der Pflege zu sorgen. Es könnten Menschen in diesen Beruf vermittelt werden, die sonst keinen Zugang dazu hätten. Unterstützt wird das Programm vom Arbeitsamt.

Eigentlich sei das Projekt für Geflüchtete gegründet worden, um sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren, sagt Schröder. Dieser Fall trifft auf Fanos Andom zu, die aus Eritrea nach Homberg kam. Nach ihrer Berufsorientierung bei der Starthilfe, entschied auch sie sich für diesen Beruf und nahm die Unterstützung während der Ausbildung in Anspruch.

In einem Jahr wird die 24-Jährige die verkürzte Ausbildung abgeschlossen haben, Altenpflegehelferin ist sie bereits. Auch junge Menschen mit anderen schwierigen Hintergründen, etwa sozialer Benachteiligung, könnten an dem Programm teilnehmen, die Bedingungen dafür seien geöffnet worden, sagt Schröder.

Insgesamt 120 Schüler besuchen die Schule, zwischen fünf und zehn nehmen die Unterstützung in Anspruch. Etwa 32 Schüler haben das Programm bisher genutzt.

Mittwoch, 12. August 2020, Fritzlar-Homberger Allgemeine / Lokales