Willkommen beim Starthilfe Ausbildungsverbund Schwalm-Eder e.V.

Wie haben wir unser Insektenhotel gebaut?

Wir haben uns für das Grundgerüst aus Paletten entschieden, weil es eine stabile und wetterfeste Grundlage darstellt und uns einfach gefallen hat. Die Organisation von gebrauchten Paletten stellte sich sehr einfach dar; Dank tatkräftiger Mithilfe unserer Anleiterinnen gelang auch der Transport recht unkompliziert.

3.0.1. Unser Bau – Schritt für Schritt

3.0.2. Video – Ab in den Garten

3.1. Paletten als Baumaterial

Wie groß sind Europaletten?

Die Größe der Europaletten ist einheitlich genormt und wird mit DIN EN 13698-1 bezeichnet. Das Format der Palette ist festgelegt und beträgt:

  • Breite x Länge: 800 mm x 1200 mm
  • Breite x Höhe: 800 mm x 145 mm
  • Die Maße der sonstigen Bretter sind ebenfalls festgelegt:
  • obere Latten: abwechselnd 100 mm bzw. 145 mm
  • Abstand: 40 mm
  • die äußere Stützbalken-Breite: 78 mm
  • die mittlere Stützbalken-Breite: 145 mm

Dies ergibt mit den gesamten Brettern, sowie den Deckbrettern eine Gesamthöhe von: 145 – 144 mm. Bei Betrachtung der länglichen Seite stellte sich heraus, dass die Stützpfosten eine Tiefe von 145 mm haben, der Abstand dazwischen ist exakt 382,5 mm.

Durch die genormten Maße wird der weltweite Handel sehr vereinfacht, da jede Palette beliebig ausgetauscht werden darf. Dies findet in „Pools“ statt, einem sogenannten „Paletten Pool“.

Aus welchem Material(Holz) werden Euro-Paletten hergestellt?

Die in Deutschland hergestellten Europaletten werden in der Regel aus heimischen und preiswerten Nadelhölzern gefertigt – meist aus Kiefer, Fichte oder Tanne.

Wie zerlegt man eine Palette richtig?

Eine Palette lässt sich mit einfachen Hilfsmitteln leicht selber zerlegen. Hierzu benötigst Du lediglich eine Stichsäge oder ein Brecheisen. Da es den Teilnehmenden im Rahmen des Kurses nicht erlaubt ist, mit derlei Kleinmaschinen selbständig zu arbeiten, haben wir die Zerlegung der Paletten ausschließlich mit der Brechstange erledigt. Dazu war gute Teamarbeit und beherzte Mancraft vonnöten.

Um die Trennung mit einem Brecheisen durchzuführen, fängt man hier an den Stellen an, die schon sichtbar lose ins Auge fallen. Dazu die Brechstange verkeilen und die Bretter weiter lockern, bis sie sich ganz lösen lassen. Man sollte nicht mit roher Gewalt daran gehen, da die Gefahr besteht, das Holz zu zersplittern und es dadurch unbrauchbar zu machen.

Hat man es geschafft, dass eine Latte an einem Ende etwas gelöst werden konnte, sollte man sich Latte für Latte vorarbeiten. Sind alle Bretter abgetrennt, werden die Nägel entweder herausgezogen oder mit einer Eisensäge abgesägt und anschließend mit einem Hammer platt geklopft, so dass Du eine glatte Oberfläche erhältst, es soll sich ja niemand verletzen.

3.2. Wer soll in unserem Hotel wohnen?

Ein Insektenhotel hat verschiedene Kammern. Jeder Bewohner hat unterschiedliche Bedürfnisse und benötigt deshalb auch eine individuelle Einrichtung und Ausstattung. Die häufigsten Bewohner eines Insektenhotels sind:

  • Wildbienen
  • Ohrwürmer
  • Glühwürmchen
  • Wespen wie die Erdwespe, Gold- oder Grabwespe
  • Flor- und Schwebfliegen
  • Hummeln
  • Käfer z.B. Lauf- oder Marienkäfer
  • Schmetterlinge im extra angebrachten Schmetterlingshaus

3.3. Die Ausrichtung des Insektenhotels

Wichtig bei einem Insektenhotel ist die Ausrichtung / der Ort, wo es aufgestellt wird. Durch unsere Recherchen fanden wir heraus, dass Insekten warme Sonnenstrahlen bevorzugen, weshalb wir das Insektenhotel in südlicher Ausrichtung aufstellten. Durch die südliche Ausrichtung ist es warm, nach einem Regenguss schnell wieder trocken und meistens nicht so zugig, was auch wichtig für die Larvenentwicklung im Insektenhotel ist.

Um den Insekten ein möglichst attraktives Wohnumfeld zu bieten, säten wir um das Hotel herum eine Blumenwiese aus; die naheliegenden Blühten dienen ihnen später als bequeme Weide. Das Areal der ausgesäten Blumenwiese haben wir mit einem kleinen Zäunchen umgeben, damit wir später beim Rasenmähen besser darauf achten können, welchen Teil der Gartenwiese wir erst nach der Aussaat der neuen Blumensamen im Herbst abmähen. So erreichen wir nachhaltig, dass die z.T. nur einjährigen Blumen auch im nächsten Jahr wieder wachsen werden.

3.4. Was brauchen Insekten zum Nisten?

Generell Löcher jeglicher Art suchen Insekten gerne auf, um Nistmöglichkeiten zu entdecken.

Besonders beliebte Materialien für ein Insektenhotel sind hohle und markhaltige Pflanzenstängel. Hohle Pflanzenstängel werden als Nisthöhlen verwendet. Besonders beliebt sind hier Schilfrohre, aber auch Bambusröhren. Beim Zerteilen von längeren Gräsern sollte darauf geachtet werden, dass der Rand splitterfrei ist. Sicherheitshalber haben wir daher die Ränder unserer Bambus-Stäbe abgeschliffen.

Auch extra gebohrte Löcher kann man den Insekten anbieten. Am besten verwendet man Hartholz, da dies länger vor Verwitterung geschützt ist als Weichholz. Es sollte nicht von der Stirnholz-Seite angebohrt werden, da dieses über die Jahre zum Aufplatzen neigt. Es sollte also besser von der Seite angebohrt werden, da das Bohrloch so langanhaltender vor ungewünschter Splitterung geschützt ist. Die Bohrungen sollten im Durchmesser zwischen 2 mm und 8 mm groß sein und insbesondere bei den größeren Durchmessern etwa eine Länge/Tiefe von 12-14 cm haben. Die Bohrungen müssen absolut sauber und sorgfältig ausgeführt sein. Es dürfen keine Splitter abstehen, an denen sich die Insekten verletzen könnten.

Für gelöcherte Ton-Objekte gelten im Prinzip dieselben Regeln. Entsprechend haben wir bei der Verarbeitung darauf geachtet, dass das hergestellte Loch im Ton-Block keine Krümelchen an der Loch-Oberfläche aufweist.

 

 

3.5. Welche Insekten leben in unserem Hotel?

In unserem Hotel finden verschiedene Insekten ein Zuhause. Unsere Tannenzapfen sind ein hervorragender Unterschlupf für Marienkäfer. Dort fühlen die gepunkteten Winzlinge sich am wohlsten.

Die gesägten Bambusrohre sind für Wildbienen und Wespen ein Dach überm Kopf. In den Rohren haben sie genug Platz, ihre Larven großzuziehen und sich dort zu verstecken.

Auch die gebohrten Holzscheiben sind für Bienen aller Art eine Rückzugsmöglichkeit. Sie bieten die gleichen Vorteile, wie die bereits erwähnten Bambusrohre für die Wildbienen und Wespen. Und auch die von uns bearbeiteten Tonblöcke stehen diesen Bewohnern zur Verfügung.

Sogar an die Schmetterlinge haben wir gedacht. Wir fertigten extra für sie ein eigenes kleines Loft an, welches am Hotel hängt. Vorn an der Tür brachten wir drei Schlitze an, durch die die mannigfaltig gemusterten Flugkünstler hereinfliegen können. Im Haus selbst befindet sich Laub. Ein ausgezeichneter Rastplatz für die markanten Flieger.